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Daniel Donskoy - Brennen

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  REZENSION Eigenerwerb Brennen hat mich vor allem über seinen Stil abgeholt. Der Text ist stellenweise laut und schnell, dann wieder ruhig, weich und traurig. Diese Wechsel haben sich für mich sehr stimmig angefühlt und mich gut durch das Buch getragen. Die vielen Zeitsprünge und die fragmentarische Erzählweise haben mir gefallen. Es wirkt chaotisch, aber auf eine bewusste Art – frisch, lebendig und sehr passend zu Daniel Donskoy. Die einzelnen Geschichten sind mal witzig, oft skurril und dann wieder unerwartet traurig und nachdenklich. Besonders mochte ich, wie selbstverständlich Euphorie und Tiefe nebeneinanderstehen. Das fühlte sich nicht konstruiert an, sondern ehrlich, wie das echte Leben. Ich habe das Buch gern gelesen, auch wenn mich nicht jede Szene gleich stark berührt hat.

Ferdinand von Schirach - Der stille Freund

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  REZENSION Geschenk Ich liebe den weichen, unaufgeregten Schreibstil von Ferdinand von Schirach. Dieser feine, zurückhaltende Ton, der nichts erklärt und doch so viel sagt. Auch in Der stille Freund entfaltet er genau diese Wirkung. In diesem Band erzählt Schirach mehrere Kurzgeschichten, und jede von ihnen klingt, als hätte er sie selbst erlebt. Sie wirken nah, persönlich, beinahe dokumentarisch – und gerade dadurch so eindringlich. Jede einzelne Geschichte hallt nach, auf ihre ganz eigene Weise. Die Erzählungen sind überwiegend traurig, oft machen sie wütend, manchmal auch fassungslos. Und dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – zeigen sie, wie lang und voll ein Leben sein kann. Wie viel sich in scheinbar kleinen Momenten entscheidet, wie viel Ungesagtes zwischen Menschen steht und wie sehr Schuld, Zufall und Einsamkeit miteinander verwoben sind. Der stille Freund ist kein Buch, das man einfach zur Seite legt. Es bleibt. Still, aber hartnäckig.

Kyra Groh - Fake Dates and Fireworks

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  REZENSION Geschenk Ich liebe das Enemies to Lovers -Trope und war deshalb unglaublich gespannt auf dieses Buch. Die Prämisse mit dem Vertrag, sich ausschließlich zu Silvester zu treffen, hat mich sofort neugierig gemacht – genauso wie der Klappentext. Frischer Wind im Romance-Genre? Absolut. Zu Beginn ging mir Becca ehrlich gesagt etwas auf die Nerven, weil ich sie als naiv wahrgenommen habe. Doch je weiter ich gelesen habe, desto klarer wurde mir, wie schwer es ist, toxisches Verhalten zu erkennen, wenn man selbst mittendrin steckt und verliebt ist. Genau darin liegt für mich eine der zentralen Aussagen des Buches. Ab diesem Punkt habe ich Becca immer besser verstanden – und mich teilweise sogar selbst in ihr wiedergefunden. Besonders gefallen haben mir die ernsten Themen, die nicht nur zum Mitfühlen, sondern auch zum Nachdenken anregen. Der Umgang mit dem Thema Therapie war sensibel und wohltuend dargestellt. Gleichzeitig überzeugt das Buch mit Humor, der mich immer wieder zu...

Julie Caplin - Christmas on Fith Avenue

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REZENSION Eigenerwerb Christmas on Fifth Avenue hat mir sehr gut gefallen – besonders das stimmungsvolle, weihnachtliche Setting in New York, das sofort für Wohlfühlatmosphäre sorgt. Die Enemies-to-Lovers-Handlung ist charmant umgesetzt, und beide Protagonist:innen waren mir von Anfang an sehr sympathisch. Ihre Neckereien sind herrlich amüsant und haben mich oft schmunzeln lassen. Die sich entwickelnde Liebesgeschichte ist gut nachvollziehbar, warmherzig und einfach unglaublich süß. Zwar gibt es ein paar kleine Logikschwächen, über die ich aber problemlos hinwegsehen konnte, da sie den Lesespaß kaum beeinträchtigen. Aktuell ist das Buch nur auf Englisch erhältlich, lässt sich aber sehr gut und flüssig lesen. Auch ohne perfektes Englisch kommt man problemlos durch die Geschichte, da der Schreibstil einfach, klar und sehr zugänglich ist. Insgesamt ist es ein leichtes, herzerwärmendes Buch, das sich wunderbar lesen lässt und perfekt in die Weihnachtszeit passt – ideal für gemütliche St...

E.Lockhart - We were liars (Solange wir lügen)

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 REZENSION Eigenerwerb Im Sommer habe ich ganz nichtsahnend die Serienverfilmung auf Amazon gesehen – und war sofort begeistert. Eine unglaublich gute Serie: dramatisch, emotional, mit einer Wendung, die einem das Herz zerreißt. Ich war wirklich beeindruckt. Danach wollte ich unbedingt das Buch lesen – einerseits, um die Unterschiede zu sehen, und andererseits, um anschließend auch die Folgebände zu lesen. Das Buch selbst fällt durch seine kurzen, fast schon unterkühlten Kapitel auf. Jede Erinnerung ist knapp gehalten, was die Spannung enorm steigert. Die Handlung entwickelt sich langsam und wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Nur nach und nach kommt man dem Geheimnis auf die Spur – und genau das macht den Reiz aus. Da ich die Geschichte durch die Serie schon kannte, hat mich das Buch nicht ganz so umgehauen. Im Vergleich ist die Serienadaption deutlich dramatischer und emotionaler umgesetzt. Dafür haben mich im Buch einige kleinere Momente umso mehr berührt – gerade, ...

Reese Witherspoon/Harlan Coben - Ohne ein letztes Wort

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  REZENSION Eigenerwerb Da ich bisher noch kein Buch von Harlan Coben gelesen habe, war ich besonders gespannt auf die Zusammenarbeit mit Reese Witherspoon als Ideengeberin. Der Klappentext klang vielversprechend – eine brillante Chirurgin, medizinische Intrigen, KI und Korruption – all das klang nach einem spannenden Psychothriller. Allerdings hat es für mich recht lange gedauert, bis die Handlung wirklich in Fahrt kam. Der Anfang zieht sich und der Spannungsbogen baut sich erst ab der Mitte spürbar auf. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass das Buch zu viel wollte: medizinische Details, technische Themen rund um künstliche Intelligenz, persönliche Tragödien und politische Machenschaften – alles auf knapp 300 Seiten. Das war mir manchmal einfach zu viel des Guten. Obwohl die Idee rund um die Ärztin, die plötzlich mitten in ein Netz aus Lügen und Verschwörungen gerät, sehr interessant war, blieb ich als Leserin häufig verwirrt zurück. Die Auflösung erfolgt nur schrittweise, und...

Rebecca Yarros - Variation

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  REZENSION Eigenerwerb Als ich gelesen habe, dass es in diesem Buch um eine Balletttänzerin geht, war für mich sofort klar: Das muss ich lesen. Ich liebe Ballett – und wie sehr mir das eigene Tanzen fehlt, ist mir beim Lesen wieder richtig bewusst geworden. Ballett ist hier nicht nur ein hübsches Beiwerk, sondern tief in die Geschichte verwoben – und das fand ich wunderschön. Die Beschreibungen der Routinen, des Trainings, der Kompanien, der Schuhe – einfach alles war so lebendig, dass ich den Klang der Spitzenschuhe beinahe hören konnte. Gleichzeitig zeigt Rebecca Yarros aber auch die Schattenseiten: die hohe Verletzungsgefahr, das stundenlange Training, den enormen körperlichen Druck und die strengen Erwartungen, die mit diesem Leben einhergehen. Die Story selbst hatte für mich totale 2000er-Liebesfilm-Vibes – eine tragische Familiengeschichte, viele Geheimnisse und eine verborgene Wahrheit, die zwei Liebende trennt. Die Handlung ist wunderschön aufgebaut, mit viel Spannung, d...